Boosenburg

Die Boosenburg, auch Oberburg genannt, ist eine mittelalterliche Adelsburg, von der heute nur noch der Bergfried erhalten ist. Sie liegt fast in der Rheinebene: solch eine Burg wird als Talburg bezeichnet – sie sollte den Rhein und die enge Talaue kontrollieren. Errichtet wurde die Burganlage im 12. Jahrhundert von den Rittern Fuchs, einem Ortsadel. Von 1474 bis 1830 gehörte die Burg der Adelsfamilie Boos von Waldeck, die der Burg ihren heutigen Namen gab. Anschließend wurde die Burg an einen Weinhändler verkauft. Er ließ 1838 die Burg bis auf den Bergfried abreißen. Im Jahr 1872 wurde vor den Bergfried die neogotische Villa gesetzt. Bis heute ist das Anwesen im Besitz eines Weinguts. Die heutige Weinregion Rheingau umfasst mehr als die geographische und historische Bezeichnung des Rheingaus. Dieser lag nämlich nur zwischen Rüdesheim und Wiesbaden nördlich des Rheins. Bis heute kommen die meisten Weine Rheinhessens aus dem historischen Rheingau. Die Region des Rheingaus eignet sich ideal für den Weinanbau, denn sie liegt im Regenschatten des Rheingaugebirges im Nordosten. Dadurch wird kalte Luft und übermäßiger Regen ferngehalten. Außerdem sind die Weinberge aufgrund des Rheinlaufs Südhänge mit einer idealen Sonneneinstrahlung. Auf fast 80% der Flächen wird Riesling angebaut.
Blick auf die Boosenburg
Es klingt total logisch: Weiße Trauben, weißer Wein. Rote Trauben, roter Wein. So einfach ist das aber nicht…Das Fruchtfleisch von Trauben ist immer hell, nur die Farbe der Schale variiert.Presst man die Trauben (egal welche Farbe), lediglich aus, erhält man hellen Most. Dies ist die Grundlage für Weißwein. Um Rotwein oder roten Traubensaft herzustellen, benötigt man tatsächlich rote Trauben. Man zerquescht die Früchte, lässt sie aber mit Schale, Kernen und Fruchtfleisch stehen. Nach einigen Wochen ist die Farbe in den Saft übergegangen. Der rote Saft (Most) wird abgelassen und die Maische bleibt übrig. Der rote Most wird nun zu Wein weiterverarbeitet.