bäuerliches Leben

Wenn man heute vor einem der letzten, alten Bauernhäuser in Achim steht, kann man nur erahnen, wie viele Generationen dort lebten und arbeiteten. Diese alten Häuser sind stille Zeugen vom bäuerlichen Alltag, harter Arbeit und Entbehrungen. Obwohl Männer und Frauen Hand in Hand zusammenarbeiteten, war die Geschlechterrollenverteilung durch ein patriarchales System geprägt, in dem der Mann als Oberhaupt galt. Die Ehefrauen trugen die Hauptlast des Haushalts. Sie kochten, wuschen, nähten, hilten das Feuer in Gang, versorgten die Kinder und kümmerten sich um Kranke und Alte. Außerdem arbeiteten sie im Stall, pflegten den Garten und halfen - um das Überleben zu sichern - während der Ernte auch auf den Feldern mit. Mädchen wuchsen früh in diese Aufgaben hinein und übernahmen bereits im jungen Alter Tätigkeiten wie Wasserholen, Spinnen oder Stallarbeit. Ihre Mithilfe wurde auf dem Hof dringend gebraucht. Rechte oder Möglichkeiten zur Mitbestimmung hatten Frauen kaum; zentrale Entscheidungen lagen bei den Männern des Hauses. Gegessen wurde zwar gemeinsam, aber auch hier zeigte sich die Überlegenheit: die Bänke der Männer verfügten über eine Rückenlehne, die Bank für die Frauen hatte weniger Komfort oder aßen (wie die Kinder) im Stehen 3 . Viele junge Frauen arbeiteten zunächst als Mägde, bis sie heirateten – eine Entscheidung, die damals meist weniger aus Liebe als aus wirtschaftlicher Notwendigkeit getroffen wurde.

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Allerheiligen, R., 1991, Sonderdruck aus dem "Heimatkalender für den Kreis

Verden 1991": 900 Jahre Achim. Geschichte - Gegenwart 1091-1991, Seite 221-

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