Zigarrenmachersiedlung
Die Geschichte der Zigarrenproduktion in Achim
liegt eigentlich in Bremen. Um 1852 war Achim
noch sehr ländlich geprägt und hatte keine
5.000 Einwohner - und keine Zigarrenmacher.
Im Jahr 1854 trat das Königreich Hannover, zu
dem Achim damals gehörte, dem Deutschen
Zollverein bei. (Bremen jedoch nicht sofort,
sondern erst im Jahr 1888.) Also wurden nun
Bremer Produkte, die nach Hannover importiert
wurden, mit einem Zoll belegt. Dies führte
dazu, dass viele Bremer Zigarrenhersteller ihre
Produktion nach Achim verlegten, um damit die
Zölle zu vermeiden. Damit entstanden
innerhalb weniger Jahre in Achim mehrere
Zigarrenfabriken wie auch die Heimproduktion
in Wohnhäusern. Achim erlebte einen enormen
wirtschaftlichen Aufschwung und wuchs rasch
über seine mittelalterlichen Grenzen hinaus, da
viele Arbeitskräfte aus umliegenden Regionen
in die Stadt zogen.
Die sich neu ansiedelnden Zigarrenfabriken
entstanden vor allem zwischen Paulsberg –
Bremer Straße und „Im Kamerun“. Weil damals
der Wohnraum knapp war und die zuziehenden
Fabrikarbeiter dringend Wohnraum benötigten,
entstanden zahlreiche „Zigarren-Siedlungen“.
Die kleinen und einfachen Häuser waren schnell
errichtet, erschwinglich und boten den Familien
den dringend benötigten Wohnraum. Eine
dieser historischen Zigarrenmachersiedlung ist
am „Zimmermannsplatz“ erhalten.