Im 19. und frühen 20. Jahrhundert war der
Blick auf Schule und Erziehung noch völlig
anders als heute. Die damaligen „Volksschulen“
dienten nicht nur dem Wissenserwerb, sondern
auch der „körperlichen Ertüchtigung“. Die
Turnhalle konzipierte Meislahn mit
hochgesetzten Fenstern, „damit die Jungs nicht
reingucken konnten, wenn die Mädchen
turnten“
1
. Es ist ein Beispiel dafür, wie stark die
damalige Gesellschaft von starren
Geschlechterrollen geprägt war und wie diese
Vorstellungen sogar die Architektur
beeinflussten.