Riekes Honigkuchenfabrik
Bereits im alten Ägypten vor über 5.000 Jahren
legten die Ägypter ihren Toten Honigkuchen als
Grabbeigabe bei. Auch die Römer aßen gerne
Honigkuchen. Im Mittelalter stellten vor allem
die Klöster Honigkuchen her. Seit jeher war der
Honigkuchen beliebt, vor allem in der
Weihnachtszeit.
Die Anfänge der Achimer Honigkuchenfabrik
liegen gegenüber vom Amtsgericht. Der Bäcker
Diedrich Adolph Oelfke erbte 1860 hier ein
Grundstück und gründete eine Bäckerei. Im
Jahr 1864 heiratete er Marie Elisabeth Elfers.
Doch schon 1869 starb Diedrich Oelfke. Als
Witwe mit zwei Kindern führte sie die Bäckerei
weiter. Dennoch war sie auf der Suche nach
weiterer Unterstützung, die sie bei Peter
Heinrich Rieke fand. Er war bereits als Geselle
in der Bäckerei tätig gewesen. Im Jahr 1872
heirateten die beiden und die Geschichte von
Riekes Honigkuchenfabrik begann.
Schon bald reichte der Platz in dem
Bäckereigebäude für die expandierende
Honigkuchenfabrik nicht mehr aus. Im Jahr
1902 wurden Teile des Gebäudes abgerissen
und nach Entwürfen des Achimer Architekten
Johann Hinrich Meislahn umgebaut bzw.
erweitert. Albert, der Sohn von Peter Heinrich
Rieke, eröffnete damals im Erdgeschoss das
erste Café Achims.
Nach 1910, als der Bäcker Johannes
Marschhausen als Teilhaber eintrat, wuchs der
Handwerksbetrieb zu einem industriellen
Unternehmen heran. Im Jahr 1928 wurde die
Produktion an die Gaswerkstraße verlegt, in der
Obernstraße verblieb ein Cafe
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. Bis zur
endgültigen Schließung der Honigkuchenfabrik
im Jahr 1978 war „Rieke’s Honigkuchen“ ein
fester Bestandteil Achimer Gebäcktradition.
Auf die Ideen des Architekten Maislahn geht
auch der 1911 fertiggestellte Giebel zur
Obernstraße zurück, der reich verzierte
„Honigkuchengiebel“. Dieser wird unter
anderem von einem Honigkuchen und einem
Weihnachtsmann mit Tanne geziert. Außerdem
sind auch die Figuren des Grimm’schen
Märchen der Bremer Stadtmusikanten
dargestellt: Hahn, Hund und Katze erscheinen
über den Fenstern, anstelle des Esels ist eine
Ente dargestellt.
Das berühmte Grimm-Märchen der Bremer
Stadtmusikanten hat keinen historischen Bezug
zu Achim. Im Laufe der Zeit entwickelte sich
jedoch eine lokale Sage: Demnach soll das Haus,
aus dem die Tiere die Räuber vertrieben, in
Achim gestanden haben. Auch Darstellungen an
der Fassade von Riekes Honigkuchenfabrik
greifen diese Legende auf und verknüpfen so das
weltbekannte Märchen mit der regionalen
Geschichte. Diese Verbindung ist zwar nicht
belegbar, gehört heute aber zum kulturellen
Lokalkolorit der Stadt.
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https://www.kreiszeitung.de/lokales/verden/achim-ort44553/den-anfang-
baeckermeister-oelfke-machte-92513948.html
Honigkuchen ist ein traditionelles Gebäck, das
heute vor allem im deutschsprachigen Raum
verbreitet ist. Er wird mit Honig, Mehl, Eiern
und aromatischen Gewürzen wie Zimt oder
Nelken zubereitet, was ihm seinen
charakteristischen süß-würzigen Geschmack
verleiht. Je nach Rezept kann er weich und
saftig oder fest sein und erinnert geschmacklich
oft an Lebkuchen. Besonders in der
Weihnachtszeit wird Honigkuchen gerne
gegessen, passt aber auch das ganze Jahr über
gut zu Kaffee oder Tee.