Hofstelle Meislahn
Vom mittelalterlichen Kirchdorf Achim ist heute
kaum mehr etwas erhalten. Brände, Kriege und
zahlreiche bauliche Veränderungen haben die
Spuren des ursprünglichen Dorfes rund um die
St.-Laurentius-Kirche fast vollständig verwischt.
Einst lag das kleine Dorf geschützt oberhalb der
Weserauen und bestand aus wenigen, aber
bedeutenden Hofstellen. Die ältesten waren die
sogenannten Baumannshöfe. Ab dem 14.
Jahrhundert entstanden zwischen diesen
großen Bauernhöfen die kleineren
Kötnerstellen.
Die Kötner, lebten in einfachen „Katen“ ,
besaßen nur wenig Land und waren zu Abgaben
und Frondiensten verpflichtet. Um den
Lebensunterhalt zu decken, arbeiteten sie meist
zusätzlich als Tagelöhner, Handwerker oder
Dienstboten. Die Kötner standen in der
dörflichen Hierarchie unter den Vollbauern.
Die Vollbauern bewirtschafteten größere
Hofstellen und hielten Vieh, da der Ackerbau
auf den kargen Böden in der Achimer Geest
keine ausreichenden Erträge lieferte.
Die Hofstelle Meislahn lässt erahnen, wie das
mittelalterliche Achim einst ausgesehen hat.
Die alte Scheune entlang der Straße ist der
älteste Teil der Anlage und stammt aus dem 18.
Jahrhundert.
Ansicht der Hofstelle Meislahn
Die ältesten Höfe in Achim waren die
sogenannten Baumannshöfe , welche das
ursprüngliche Dorf abbilden. Ab dem 14.
Jahrhundert entstanden zwischen diesen großen
Bauernhöfen die kleineren Kötnerstellen
(kleinbäuerlicher Besitz) . Die Brinksitzerstellen
kamen erst später hinzu. Eine Brinksitzerstelle
war ein sehr kleiner Besitz am Rand eines Dorfes,
der meist nur aus einem einfachen Haus
bestand. Die Bewohner hatten kaum eigenes
Land und mussten sich oft durch Lohnarbeit
zusätzlich ihren Lebensunterhalt verdienen.
Karte in Anlehnung an: Allerheiligen, R., 1991, Sonderdruck aus dem "Heimatkalender
für den Kreis Verden 1991": 900 Jahre Achim. Geschichte - Gegenwart 1091-1991,
Seite 145