Schloss Geyerswörth
Bamberg liegt genau wie Rom auch auf sieben
verschiedenen Hügeln und wurde im Mittelalter
auch als das „Rom des Nordens“ bezeichnet,
ein sehr treffender Name. Ursprünglich als
Fischersiedlung an der Regnitz gegründet,
entwickelte sich der Ort spätestens nach der
Gründung des Bistums im Jahr 1007 zu einem
bedeutenden kirchlichen Machtzentrum.
Jahrhundertelang regierten hier die Bamberger
Bischöfe. Zwischen den Bischöfen und den
Bürgern der Stadt kam es immer wieder zu
Streit, es ging um Macht und Geld. Daher
lebten die Bürger in der sogenannten
Inselstadt, in der das Schloss Geyerwörth
steht, während die Bischöfe oberhalb der Stadt
auf dem Domberg in der Bergstadt residierten.
Im Jahr 1313 errichtete die Patrizierfamilie
Geyer auf einer Insel in der Regnitz eine
Stadtburg und gab dem Ort damit seinen
heutigen Namen. Der Zusatz „Wörth“
beschreibt eine kleine Flussinsel. In den
kommenden 200 Jahren wurde das Anwesen
mehrfach erweitert und vergrößert. Im Jahr
1585/1586 verließ die bis dahin wohlhabend
gewordene Familie Geyer die Stadt Bamberg
und zog in die freie Reichsstadt Nürnberg. Die
Gründe für das Verlassen Bambergs sind nicht
bekannt. Gut möglich, dass die Handelsfamilie
nicht weiter unter den bischöflichen Vorgaben
des Handels agieren wollte und sich in
Nürnberg mehr Freiheiten versprach. Nürnberg
war zu dieser Zeit freie Reichstadt.
In der mittelalterlichen Gesellschaft stellten die
Patrizierfamilien die Oberschicht dar. In
Bamberg waren sie das Gegengewicht zum
Bischof und vertraten als Stadtrat die
Interessen der Händler und Handwerker in der
Stadt.
Beim Verlassen der Stadt verkaufte die Familie
Geyer ihr Anwesen an den damaligen
Bamberger Fürstbischof Ernst von Mengersdorf
(*1554, †1591). Anschließend ließ der
Fürstbischof das heutige Schloss im Stil der
Renaissance errichten. Besonders sehenswert
ist der Innenhof der Anlage, der sich sein
renaissancezeitliches Aussehen bewahrt hat.
Der Turm ist das letzte, noch erhaltene Zeugnis
der einstigen Stadtburg der Familie Geyer.