Entstehung des Großen
Bullensees
Toteissee
Die Tiefe des Großen Bullensees könnte auf
einen sogenannten Toteissee hinweisen. Dieser
entsteht beim Schmelzen eines Gletschers
durch das Hinterlassen eines großen
Toteisblockes.
Allerdings hätte sich der See dann vor über
115.000 Jahren bilden müssen und wäre in der
Zwischenzeit durch Umweltprozesse (Material
lagert sich ab oder Moorbildung) verfüllt
worden. Dieses Entstehungsszenario kann also
weitestgehend ausgeschlossen werden.
Eine andere Theorie ist die Entstehung des
Sees durch das Auftauen des eiszeitlichen
Permafrosts. In der Weichselkaltzeit waren die
oberen Bodenschichten durch die Nähe des
Inlandeises mehrere Meter tief gefroren. Beim
Schmelzen des Permafrostbodens gibt es
verschiedene Prozesse, die zur Bildung großer
Löcher führen können:
Methan-Austritt
Thermokarst
Pingo-Ruine
Ein Pingo ist ein Berg, der im Inneren aus
einem großen Stück Eis besteht. Pingos haben
meist eine ovale bis runde Form. Wird es
wärmer, bricht so ein Pingo in sich zusammen.
Der so entstandene Krater wird Pingo-Narbe
oder Pingo-Ruine genannt.
Weitere Untersuchungen am Bullensee werden
nötig sein, um abschließend dessen Entstehung
zu klären. Wahrscheinlich waren verschiedene
Prozesse zusammen daran beteiligt. Hinzu
kamen vermutlich starke Stürme, die
besonders in der Eiszeit große Senken
ausgeblasen haben.