Steinweg

Die Fachwerkhäuser in Herzogenaurach zeigen nicht nur vielfältige Zierformen, sondern auch Farben. Im Mittelalter wurden die Balken der Fachwerkbauten meist nur mit einer farblosen Schicht Leinöl gestrichen. Die Gefache waren mit einem bräunlichen Lehmputz oder einem weißlichen Kalkputz überzogen. Ab dem 16. Jahrhundert begann man, die Balken mit unterschiedlichen Farben zu streichen. Die häufigsten Farbtöne waren rot, ockergelb und grau. Farben waren damals noch sehr teuer, zudem wurden für ein Gebäude recht große Mengen benötigt. Also nutzte man Farben, die vergleichsweise leicht zu produzieren waren. Aus Ocker, also gemahlener farbiger Erde, konnte rote oder gelbe Farbe hergestellt werden. Einen kräftigen Rotton bekam man mit Eisenoxid. Grau entstand aus schwarzem Ruß, den man mit Kalk mischte. Es gab auch andere Farben, wie beispielsweise blau oder grün, diese waren aber sehr, sehr teuer in der Herstellung. Ein besonderes Schmuckstück der Altstadt ist das Fachwerkhaus „Steinweg“ mit den rot gestrichenen Balken. Es wurde dendrochronologisch in die Baujahre 1447/48 datiert. Damit ist es das älteste Bürgerhaus der Stadt.
Wenn man die Balken eines Hauses genau untersucht, kann man über die sogenannte Jahrringanalyse (Dendrochronologie) auf das exakte Alter eines Hauses schließen. Denn die Baumringe eines Baumes sehen nie gleich aus, sondern sind für jedes Jahr ganz charakteristisch. Anhand der Analysen hunderter Bäume und Hölzer konnte man eine Baumringserie erstellen, die über 10.000 Jahre zurückreicht. Vergleicht man nun die Jahresringe der Balken mit der Baumringserie kann man das Alter des Balkens ziemlich genau bestimmen.