Marktplatz

Vom Mittelalter bis in die Neuzeit war der Marktplatz das wirtschaftliche und gesellschaftliche Zentrum von Herzogenaurach. Im Erdgeschoss des Rathauses gab es eine Verkaufshalle, wo beispielsweise Bäcker und Metzger ihre Waren anpriesen. Am Marktbrunnen wurden Fische verkauft, die im Burggraben gefangen wurden. Auf dem Dachboden des Rathauses wurde Hopfen getrocknet – ab dem 18. Jahrhundert auch Tabak. An der Gebäudeseite ist der Aufzugserker für den Seilzug noch erhalten. Damit konnten Waren leichter auf den Dachboden gehoben werden. Der Handel auf Märkten wurde von den Stadtherren streng geregelt: ab 1409 durften zwei Märkte pro Woche abgehalten werden, ab 1561 waren es bereits vier Markttage. Im Jahr 1630 kam ein weiterer Markttag hinzu. Solche Stadtmärkte waren für die Stadtherren überaus lukrativ, denn die Händler mussten für das Aufstellen ihrer Marktwagen Abgaben zahlen, unter anderem das „Ellengeld“ für die Kontrolle der Maße und den „Stadtzins“ als Marktabgabe. Im Kern stammt das Rathaus aus der Zeit um 1407 und ist eines der ältesten Bauwerke der Stadt. Um 1781 wurde es aufgestockt. Sein heutiges Aussehen erhielt es bei Umbauten zwischen 1939 und 1941. Es ist ein typischer Fachwerkbau.
Altes Rathaus mit Rundbogenportal mit Agraffe [1]. Die geohrten Fenster (verbreiterte Ecken) im Erdgeschoss sind mit Sandstein eingefasst [2]. Das Fachwerk ist mit K-Streben (auch K-Runen genannt) [3] und genasten & geschweiften Andreaskreuzen [4] geschmückt.
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