Stadtmühle

Im Mittelalter waren die meisten Handwerker auf die Muskelkraft angewiesen, denn Maschinen gab es damals kaum. Eine Ausnahme waren Mühlen. Schon früh nutzte man die Kraft des Windes oder des Wassers – so auch an der Aurach. Bereits 1348 wurde hier eine erste Wassermühle erwähnt. Der Mühlkanal wurde angelegt, damit die Mühle nicht direkt am Fluss stand (Schutz vor Hochwasser) und um den Zufluss zum Mühlrad besser regulieren zu können. In dieser Mühle wurde wahrscheinlich Getreide gemahlen. Neben der Getreidemühle an der Aurach gab es drei weitere Mühlen rund um Herzogenaurach. Die Müller waren dazu verpflichtet, das Getreide der Bewohner zu verarbeiten, bevor sie Getreide auswärtiger Kunden mahlen durften, die damals als „Ausländer“ galten. Bei entsprechender Missachtung wurden hohe Strafen verhängt. Neben dem Mahlen von Getreide wurde die Wasserkraft an der Stadtmühle auch als Walke genutzt, 1519 erstmals erwähnt. In der mittelalterlichen Tuchproduktion war das Walken ein wichtiger Prozess. Der Stoff wurde zunächst mit Wasser und einer Mischung aus alkalischen Substanzen (z. B. Urin, Tonerde) behandelt, um Fett und Verunreinigungen zu entfernen. Anschließend wurden die Fasern der Stoffe durch rhythmische Bewegungen verdichtet. Diese Aufgabe übernahmen in den Walkmühlen große hölzerne Hämmer oder Stößel, die durch die Kraft eines Wasserrads angetrieben wurden. Nach dem Walken war der Stoff robuster, gleichmäßiger und damit widerstandsfähiger.