alpine Waldsteppe
In den Kiefernwäldern auf den ehemaligen
Schotterflächen des Lechs herrschen
außergewöhnliche Standortbedingungen,
welche man in einer alpinen Landschaft kaum
erwarten würde. Das Regenwasser versickert in
den bis heute lockeren Kiesablagerungen
innerhalb kürzester Zeit, sodass den Pflanzen
trotz ausreichender Niederschläge nur wenig
Feuchtigkeit zur Verfügung steht. Dadurch
entsteht ein dauerhaft trockener Standort, der
Pflanzen und Tiere begünstigt, die an Wärme
und Trockenheit angepasst sind.
Die offenen Kiesflächen, aber auch die
vergleichsweise lichten Kiefernwälder, heizen
sich rasch auf. Zusammen mit dem Wind führt
dies zu einem besonders warmen und
trockenen Mikroklima. Statt dichter, schattiger
Bergwälder wachsen hier Kiefernwälder mit
weit auseinanderstehenden Bäumen, zwischen
denen sich Schneeheide, Wacholder, Gräser,
Orchideen und zahlreiche andere
trockenheitsliebende Pflanzen ausbreiten. Das
Erscheinungsbild erinnert dadurch eher an eine
lichte Waldsteppe als an einen typischen
Alpenwald.