Armenversorgung
Beninga Anna Jüchters (*um 1513, †1566 oder
1567) war mit dem Häuptling Aepke (*1509,
†1566) verheiratet. Die Ehe blieb kinderlos,
sodass ein Teil des Vermögen und des Landes
den Armen zugutekam - der Anfang der
Armenversorgung in Loppersum.
Mitte des 18. Jahrhunderts gab es in
Loppersum gleich zwei Armenhäuser. Es zeigt,
dass die Armenhäuser durchaus benötigt
wurden. Um 1860 ist nur noch ein Armenhaus
mit zugehörigem Garten und Land nachweisbar.
Im späten 19. Jahrhundert ging das hier
befindliche Armenhaus in den Besitz der
Gemeinde über. Ein Teil des Armenlands (Land,
welches dem Armenhaus gehörte) wurde
teilweise als Bauland freigegeben. Im Jahr
1984 wurde das Gebäude verkauft und befindet
sich seitdem in Privatbesitz.
In einer Zeit ohne staatliche soziale Absicherung
war die Versorgung Bedürftiger eine zentrale
Aufgabe der Dorfgemeinschaft. Menschen, die
durch Alter, Krankheit oder wirtschaftliche
Notlagen nicht mehr für sich selbst sorgen
konnten und keine familiäre Unterstützung
hatten, waren auf externe Hilfe angewiesen.
Gerade in ländlichen Regionen, in denen viele
Menschen als Tagelöhner (Landarbeiter)
arbeiteten, konnten Missernten, Unwetter oder
persönliche Schicksalsschläge schnell zur
Verarmung führen.