Ballenhausgasse
Die Ballenhausgasse zählt zu den ältesten
Straßenzügen Mittenwalds. Ursprünglich trug
sie den Namen Judengasse, der in historischen
Quellen überliefert ist. Aus der Bezeichnung
allein lässt sich jedoch nicht auf das
Vorhandensein einer größeren jüdischen
Gemeinde schließen. Vielmehr verweist der
Name vermutlich auf einzelne jüdische Händler
oder Familien, die sich zeitweise dort aufhielten
oder Handel betrieben. Für ein eigenständiges
jüdisches Viertel oder eine Synagoge in
Mittenwald existieren nach aktuellem
Forschungsstand keine gesicherten Belege.
Der heutige Straßenname leitet sich vom
ehemaligen Ballenhaus ab, einem Lager- und
Handelsgebäude, das der Kontrolle, Lagerung
und Verzollung von Waren diente. Seine
Existenz verweist auf die wirtschaftliche
Bedeutung Mittenwalds als Handelsplatz an der
wichtigen Alpenroute zwischen Bayern und
Norditalien.
In der Gasse stehen typische Werdenfelser
Häuser mit giebelständiger Bauweise, flach
geneigten Satteldächern und hölzernen
Balkonen. Die Fassaden werden von
Lüftlmalereien geschmückt.