St. Marien

Der Überlieferung nach gab es an der Stelle der heutigen Kirche bereits zu vorchristlicher Zeit einen heidnischen Kultplatz. Dies ist nicht ungewöhnlich. Während der Christianisierung wurden solche alten Kultplätze gerne für den Bau von Kirchen genutzt, um den damaligen „Heiden“ den Übergang zur christlichen Lehre zu erleichtern bzw. die Bewohner zu christianisieren. Dabei wurden nicht selten bestehende heidnische Traditionen übernommen und „neu“ interpretiert. Bis heute sind manche dieser heidnischen Bräuche in der Liturgie zu finden. Im Laufe des 10. Jahrhunderts wurde die Region christianisiert. Damals wurde eine erste hölzerne Kirche errichtet. In der Stadtgeschichte von Triptis kam es gleich mehrfach zu schweren Bränden, bei denen immer wieder große Teile niederbrannten. Im Mittelalter und der Neuzeit bestanden die meisten Gebäude aus Holz und waren mit einem Strohdach gedeckt. Die Gebäude wurden mit Holz geheizt, zudem nutzten viele Handwerker offenes Feuer für ihre Arbeit. Da reichte oftmals eine Unachtsamkeit und es kam zur Katastrophe. Schwere Stadtbrände sind 1540, 1725, 1775 und 1848 überliefert. Bei diesen Bränden wurde auch die Kirche immer wieder schwer beschädigt. Der heutige Kirchenbau wurde nach dem Stadtbrand von 1775 errichtet und im Jahr 1784 geweiht; um 1884 erhielt die Kirche ihr heutiges Aussehen.