Pfarrstraße

Die mittelalterliche und neuzeitliche Gesellschaft war noch viel stärker durch die Kirche geprägt als heutzutage. Als größter Landbesitzer hatte sie nicht nur eine religiöse, sondern auch eine politische und gesellschaftliche Macht. Oftmals bildete die Kirche zusammen mit dem Marktplatz den gesellschaftlichen Mittelpunkt der Stadt. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sich in der Pfarrstraße nicht nur das Pfarrhaus befindet, sondern weitere stadtgeschichtlich bedeutende Bauten wie die ehemalige Marktschule. Triptis blickt auf eine lange Schulgeschichte zurück, schon um 1436 soll es im Ort eine Schule gegeben haben. Da die Geistlichen den Schulunterricht gestalteten, prägte die Kirche schon in jungen Jahren das Denken und Handeln. Wie im Mittelalter üblich, wurden hier vermutlich nur adlige Jungen beschult. Nach der damaligen Vorstellung benötigten Mädchen keine Bildung, sondern sollten sich auf das Leben als Hausfrau vorbereiten. Bücher waren rar, daher waren Fähigkeiten wie Lesen und Schreiben kaum verbreitet. Erst im Laufe der Neuzeit entwickelte sich die Schule zu dem, was wir heute unter Schulbildung verstehen. Der Schulbau der Marktschule (heute die Stadtbibliothek) stammt aus dem Jahr 1844/1845. Sein heutiges Aussehen erhielt der Bau erst 1904, als ein weiteres Stockwerk aufgesetzt wurde.
Pfarrhaus
ehemalige Marktschule