Markt

Die Region rund um Tübingen ist der Zeit der Alemannen, also ab dem 6./7. Jahrhundert, besiedelt. Ihre Siedlung vermutet man im Bereich der heutigen Kirche St. Georg, der oberhalb der damals noch sumpfigen Neckarniederung lag. Daraus entwickelte sich eine frühmittelalterliche Siedlung, welche als Tübingen bezeichnet wurde. Oberhalb von Tübingen errichteten die Grafen des Nagolds zum Schutz eine Burg. Im Jahr 1078 wurde Tübingen erstmals urkundlich erwähnt. Damals ließ der deutsche König Heinrich IV. die Burg Tübingen belagern. Hintergrund war der Investiturstreit, in dem sich viele Fürsten gegen ihn gestellt hatten. Auch die Herren von Tübingen unterstützten seine Gegner, weshalb Heinrich militärisch gegen sie vorging. Die Belagerung blieb jedoch erfolglos, da die Burg nicht eingenommen werden konnte. In der Zeit nach diesem Ereignis kam es in Tübingen zu einer wirtschaftlichen Blüte. Die Herren von Tübingen nannten sich nun nach der Stadt „Grafen von Tübingen“. Im Jahr 1191 sind eine Pfarrkirche und zahlreiche Kaufleute urkundlich erwähnt. Im Jahr 1231 erhielt die Siedlung Stadtrechte, man errichtete eine Stadtmauer und bekam die Erlaubnis, Geld zu drucken, den Tübinger Pfennig. Mit dem Niedergang der Staufer verlieren auch die inzwischen zu Pfalzgrafen gewordenen Herren von Tübingen ihre Macht, sodass Tübingen im Jahr 1342 zu einer württembergischen Amtsstadt wurde. Die genauen Gründe hierfür sind bis heute unklar. Trotz dieses Machtverlusts blieb Tübingen eine wichtige Stadt. Beispielsweise kam es mit der Verlegung des Martinsstifts von Sindelfingen nach Tübingen im Jahr 1476 zur Gründung eines Kollegiatstifts, das die finanziellen und personellen Grundlagen für die Universitätsgründung schuf. Bereits ein Jahr später wurde die Eberhard Karls Universität gegründet. Mit der Erhebung Württembergs zu einem Herzogtum im Jahr 1495 wurde Tübingen zur zweiten Residenzstadt. Der Stolz der Bürger kann man bis heute an den prächtigen Fassaden des Marktplatzes erkennen. Der mittelalterliche Marktplatz war noch kleiner, als der heutige. Stadtbrände in den Jahre 1476 und 1570 wurden genutzt, um den Platz zu vergrößern 1 . Der Marktplatz war das politische und bürgerliche Zentrum der Stadt und bildete den Kern der Tübinger Oberstadt. Die den Platz säumenden Bauten stammen aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Das prächtige Rathaus aus dem Jahr 1435 dominiert bis heute den Markt. Im Jahr 1508 wurde es um ein viertes Stockwerk aufgestockt und 1511 durch eine kunstvolle astronomische Uhr von Johannes Stöffler geschmückt. Seine heutige Fassadenmalerei erhielt das Gebäude im Jahr 1877 anlässlich des 400-jährigen Jubiläums der Universität.
Antike Göttinnen [1] wie Justitia (Gerechtigkeit), Demeter (Ackerbau) und Athene (Wissenschaft) zieren die Fassade. Die darüberliegenden Brüstungsfelder zeigen einige lokal bedeutende Personen [2]. Graf Eberhard im Bart, u.a. Begründer der Universität mit Gründungs- urkunde der Universität (in der sich der Kunstmaler Ludwig Lesker namentlich verewigt hat) und herzoglichem Schwert [3]. Im Giebel befindet sich eine astronomische Uhr [4]. Von der Sprechkanzel [5] aus wurden früher Beschlüsse bekanntgegeben. Sicherlich diente sie auch zur Machtdemonstration der damaligen Herzöge. Die kleine Holzschnitzerei [6] aus der Zeit um 1600 zeigt die Bedeutung des Weinbaus für Tübingen.

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https://www.tuepedia.de/wiki/Marktplatz

Der Name Tübingen geht vermutlich auf einen frühmittelalterlichen Personennamen wie Tuwo oder Tubo zurück. In alten Quellen erscheint der Ort zunächst in Formen wie „Twingia“ oder „Tubingun“. Die typische Endung -ingen weist darauf hin, dass es sich um eine Siedlung „bei den Leuten des …“ handelt. Demnach bedeutet Tübingen ursprünglich etwa „bei den Leuten des Tuwo“. Der Name spiegelt damit die alemannische Besiedlung der Region im frühen Mittelalter wider.
Lage eines Gräberfeldes (ca. 500 n. Chr.) Lage eines alemannischen Dorfes im 6. Jh.
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