Fruchtkasten
Der Fruchtkasten ist eines der bedeutendsten
historischen Gebäude der Stadt und hat eine
lange Nutzungsgeschichte, die eng mit der
Wirtschafts- und Stadtentwicklung verbunden
ist. Er wurde 1474 als herzoglicher
Fruchtkasten errichtet und diente ursprünglich
als Lagerhaus für landwirtschaftliche Abgaben,
vor allem für Getreide, aber auch andere
Naturalien. Damit war er Teil der städtischen
Vorrats- und Versorgungssysteme und spielte
eine wichtige Rolle für die Versorgung der
Bevölkerung im Spätmittelalter.
Der Fruchtkasten ist ein wunderschönes
Beispiel für ein spätmittelalterliches
Fachwerkhaus. Für den Bau des Gebäudes
nutzte man Eichenholz. Für den Bau benötigte
man zusammengerechnet über 400 Bäume.
Daran sieht man, wie bedeutsam dieses
Gebäude für die Stadt gewesen ist. Die Halle im
Erdgeschoss ist 6 m hoch, das Gebäude verfügt
über sieben Stockwerke. Solch ein großes
Gebäude zu errichten war damals eine
Meisterleistung.
Fachwerkliebhaber freuen sich sicherlich, dass
der Fruchtkasten erhalten geblieben ist. Jedoch
kritisieren sie, dass die Bauart der Fenster dem
Charme des alten Gebäudes nicht gerecht wird.
Der Fruchtkasten wurde in klassischer
Rähmbauweise errichtet. Das Obergeschoss ist
vorkragend, steht also ein wenig über. Im
Übergang zwischen EG und OG erkennt man gut
die Balkenköpfe. Das ist typisch für diesen
Fachwerktyp.
Diese Balkenkonstruktion nennt man
„Schwäbischer Mann“ - mit etwas Phantasie
erkennst du die beiden Beine und die in die Luft
gestreckten Arme. Die Verzahnung (hier eine
angeblatterte Mannfigur) dient zur besseren
Stabilität und ist typisch für das oberdeutsche
Fachwerk aus dieser Zeit.
beeindruckende Fachwerkfassade