Schloss Herzogenaurach

Über die Anfänge der Besiedlung der Region rund um das heutige Herzogenaurach ist nur wenig bekannt. Um das Jahr 1000 lag an dem Fluss Aurach ein fränkischer Königshof, der als Keimzelle der Stadt gilt. Im Jahr 1002 wurde dieser erstmals urkundlich erwähnt. Damals schenkte der damalige deutsche Kaiser diesen Hof dem Würzburger Stift Haug – also muss es zu diesem Zeitpunkt den Königshof schon eine längere Zeit gegeben haben. Rund um den Königshof lag ein kleines Dorf mit mehreren Bauernhöfen. Keine 20 Jahre später gelangte der Königshof in den Besitz des damals noch jungen Bistum Bamberg (1007 gegründet). Damit wird Herzogenaurach zum südlichsten Ort des Bistums und für den Bamberger Bischof von großer strategischer Bedeutung. Es ist unklar, wann genau Herzogenaurach das Stadtrecht verliehen wurde - man geht von der Zeit um 1300 bzw. irgendwann zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert aus. Mit der Stadterhebung wurde um Herzogenaurach eine Stadtmauer errichtet (die Stadt wurde 1348 als befestigt bezeichnet). Herzogenaurach entwickelte sich zu einem kleinen Handelszentrum in der Region. Mit dem Wachstum bildeten sich drei „Stadtbereiche“: die bürgerliche Stadt entlang der heutigen Hauptstraße, der Kirchenbezirk rund um die Stadtkirche und der Herrschaftsbereich rund um die Burg bzw. dem späteren Schloss der Bamberger Stadtherren. Da der Bischof nicht selbst das große Bamberger Hochstift verwalten konnte, übernahm ein Vogt diese Aufgabe. Der Vogt lebte und arbeitete in der 1348 erstmals erwähnten Burg Herzogenaurach. Damals war es eine Wasserburg. Der bis um 1800 bestehende Wassergraben wurde über einen Zufluss von der Aurach geflutet. Eine Zugbrücke überspannte den Graben. Im Laufe der Zeit wurde die Burg mehrfach verändert und umgebaut, unter anderem auch weil sie wiederholt bei kriegerischen Auseinandersetzungen beschädigt wurde. Im frühen 18. Jahrhundert war die Burganlage in schlechtem Zustand, sodass sie abgerissen wurde. Stattdessen errichtete man hier ein barockes Schloss – typisch für die damalige Zeit. Den Auftrag erteilte Lothar Franz von Schönborn, bis heute findet man sein Wappen am Eingang zum Schloss. Im Jahr 1960 kaufte die Stadt Herzogenaurach das Schloss und baute es um. Heute sind hier Teile der Stadtverwaltung und beispielsweise die Stadtbibliothek zu finden.
Ursprünglich hieß die Siedlung „Uraha“. Ein etwas seltsamer Name, der sich wie folgt zusammensetzt: Das Wort Ur kommt aus dem althochdeutschen und heißt Rind, Aha bedeutet fließendes Gewässer. Somit bedeutete der Name „Uraha“ so viel wie „Viehtränke am Fluss“. Um 1337/1339 wird der Ort bzw. die Stadt erstmals als Herzogenaurach bezeichnet. Die genaue Herkunft des Namens ist unklar, man musste halt irgendwie die ganzen „Aurachs“ in der Region auseinanderhalten.
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Historische Stadtstruktur mit bürgerlichem Stadtbereich (innerhalb der ersten / inneren Stadtmauer und die erweiterte Stadt mit äußerer Stadtmauer), dem Kirchenbezirk und dem Herrschaftsbereich rund um die Burg .