Hauptstraße

Im Mittelalter hieß die „Hauptstraße“ noch „Obere Bad Gasse“. Hier führte die sogenannte „Eisenstraße“ durch, eine mittelalterliche Fernhandelsstraße von Würzburg nach Nürnberg. Wie üblich, waren die Gassen im Mittelalter noch nicht befestigt. Besonders nach einem Regenguss oder einer regnerischen Phase werden die Gassen entsprechend schlammig gewesen sein. Man kannte es ja nicht anders und legte - recht pragmatisch - über größere Pfützen einfach eine Holzplanke. In der „Oberen Bad Gasse“ stand nicht nur eine öffentliche Badestube (daher der Name), sondern hier befanden sich schon im 14. Jahrhundert die Lehensgüter (Häuser) des Bischofs. Wie im Mittelalter üblich, waren die Bürger von den jeweiligen Stadtherren abhängig, in diesem Fall vom Bamberger Bischof bzw. seinen Vögten, an den sie ihren Zehnten abtreten mussten. Die Lehensgüter wurden an den ältesten Sohn in der Familie weitervererbt. Jahrhundertelang war die Wirtschaft von Herzogenaurach durch die Landwirtschaft und das Handwerk geprägt. Es gab zahlreiche Zünfte in der Stadt. Bis heute kann man an einigen Gebäuden in der Hauptstraße die frühere Nutzung des Gebäudes an der Fassade ablesen. Die Fachwerkbauten stammen zumeist aus der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg.
Die bürgerlichen Fachwerkhäuser in Herzogenaurach sind alle auf vergleichsweise einfache Art errichtet worden und nur wenig verziert. Dies ist typisch für die Stadt und lässt vermuten, dass viele der Bürger es nie zu großem Reichtum schafften und ihnen damit das Geld fehlte, um prächtige Fachwerkbauten zu errichten. Außerdem gab es ab dem Mittelalter Bauvorschriften, die unter anderem besagten, dass die Gebäude nicht mehr als zwei Etagen haben durften und traufständig stehen mussten.