Burg Triptis

Über die Anfänge von Triptis ist kaum etwas bekannt. Zu Zeiten Karls des Großen war die Region nur sehr dünn besiedelt, hier lebten slawische und germanische Stämme. Moore und Wälder prägten die Landschaft. Im 9. / 10. Jahrhundert wurde auf einem kleinen Hügel eine Turmhügelburg errichtet und damit der Grundstein zur Burg Triptis gelegt, sie wurde 1212 erstmals urkundlich erwähnt 1 . Zunächst war die Burg im Besitz des deutschen Kaisers Heinrich IV. (*1050, †1106). Er vermachte sie schließlich Wiprecht von Groitzsch, wodurch diese über Heirat in den Besitz der Wettiner kam. In den darauffolgenden Jahrhunderten wechselten die Stadtherren immer wieder. Im Jahr 1328 wurde Triptis erstmals urkundlich als Stadt bezeichnet, wobei Triptis wohl schon früher ein Stadtrecht hatte. Mit der Stadtrechtsverleihung entwickelte sich Triptis zu einem regional bedeutenden Handelsplatz, ab 1367 wurde ein zollfreier Wochenmarkt abgehalten, 1373 erhielt Triptis das sogenannte Meilenrecht. Trotz der Stadtrechtsverleihung war Triptis bis ins 19. Jahrhundert sehr ländlich bzw. bäuerlich geprägt. Es war eine typische Ackerbürgerstadt. Solche Städte, die im Mittelalter zwar das Stadtrecht verliehen bekamen, jedoch weiterhin dörflich geprägt waren, werden auch als Minderstädte bezeichnet. Der älteste, erhaltene Teil der Burg Triptis ist der Rundturm (Burgfried), der noch aus der Zeit der Entstehung stammt. Im Laufe der Zeit wurde dieser mehrfach verändert und erhöht. Die rund um den Turm stehenden Gebäude sind deutlich jüngeren Datums und wurden nach dem letzten Stadtbrand im Jahr 1775 errichtet.

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Barthel (1899) S. 4

Das Meilenrecht schrieb vor, dass sich im Umkreis von etwa einer Meile (circa neun Kilometer) keine neuen Handwerker oder Schankwirte niederlassen durften. Zudem war es innerhalb dieses neun Kilometer Radius verboten, zu malzen oder Bier zu brauen.
Markgraf Wiprecht von Groitzsch (*um 1050, †1124) war ein mächtiger sächsischer Adliger, der durch seine Unterstützung für Kaiser Heinrich IV. sowie durch geschickte Heiratspolitik die Markgrafschaften Meißen und Lausitz erwarb. Trotz seiner territorialen Erfolge endete seine Karriere mit einer Niederlage und der Enteignung durch Kaiser Lothar III. nach dem Tod Heinrichs V.