Marktplatz
Seit Jahrtausenden ist die Region rund um
Eschwege besiedelt. Schon in der Steinzeit
lebten Menschen entlang der Werra. Die
Anfänge der heutigen Stadt sind deutlich
jüngeren Datums. Sie liegen wahrscheinlich in
einem kleinen Haufendorf, welches
hochwassergeschützt oberhalb der Werra lag.
Im 8. Jahrhundert entstand an dieser Siedlung
ein fränkischer Königshof, der zu einem
wirtschaftlichen Aufschwung der Region führte.
Nur wenig ist über diesen Königshof bekannt,
bisher wurden keine Spuren zu diesem Bau
gefunden. Man vermutet, dass er im Bereich
der heutigen Marktkirche bzw. des heutigen
Markts lag.
Im Jahr 974 wird Eschwege erstmals urkundlich
erwähnt. Damals schenkte der deutsche Kaiser
Otto II. (*955, †983) seiner Frau Theophanu
(*955/960, †991) den Eschweger Königshof
und die Besitztümer Eschweges als Morgengabe
(nachträgliches Hochzeitsgeschenk des
Ehegattens). Sie wiederum gab das Geschenk
nach ihrem Tod an ihre Tochter Sophia
(wahrscheinlich um *975, †1039) weiter.
Sophia gründete um das Jahr 1000 das
bedeutende Cyriakusstift.
Mit dem Tod Sophias fielen ihre Besitztümer
wieder an das Heilige Römische Reich. Die
salischen Könige weilten gerne in Eschwege
und investierten in die Stadt. Im Jahr 1075
fielen Eschwege und die umliegenden
Besitzungen kurzfristig an das Bistum Speyer,
bevor sie ab 1213 wieder im Besitz des Heiligen
Römischen Reiches waren. Wenig später erhielt
die inzwischen deutlich gewachsene Siedlung
das Marktrecht (um 1188) und das
Stadtrecht (um 1261). Mit dem thüringisch-
hessischen Erbfolgekrieges fiel Eschwege
unter dem ersten Landgrafen Heinrich I.
(*1244, †1308) im Jahr 1264 an Hessen. Außer
einer kurzen Zeit zwischen 1367 und 1400, als
Eschwege vom thüringischen Landgrafen
besetzt wurde, gehörte Eschwege zu Hessen.
Rund um den Marktplatz liegen die Anfänge
Eschweges. Schon vor über 1000 Jahren war
dieser Platz besiedelt - bis heute ist es das
Zentrum der Stadt. Zahlreiche prächtige
Fachwerkhäuser säumen den Platz. Die meisten
der Gebäude stammen aus der Zeit nach dem
Dreißigjährigen Krieg, als weite Teile
Eschweges zerstört wurden. Zunächst waren
die Bauten dreigeschossig und wurden im
späten 18. Jahrhundert aufgestockt. Damals
erhielten sie ihr heutiges Aussehen.